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Am 21. Juli starteten
fünf erlebnishungrige Wanderreiter von Reit im Winkl(D) über
die Alpen nach Italien
zum Passo San Boldo,ca. 130 km vor Venedig.
Los ging's am Samstag,den 21. Juli um 9.00 Uhr in Reit im Winkl,
ca. nach einer Stunde wurde die Staatsgrenze nach Österreich
überschritten, an der Ache entlang marschierten wir auf dem
Kreuzangerweg nach Erpfendorf, auf dem Römerweg nach St. Johann
und unterhalb von Kitzbühel zum Schwarzsee, das Nachtquartier
hatten wir in ca. 3 km. von Kirchberg beim Reithof Scheiblhofer.
Am 2. Tag ging
unsere Strecke weiter über Brixen, Westerndorf, Hopfgarten
zum Grafenweg der mit 13%
Steigung schier endlos bis Niederau zum Wastlhof führt, wo
wir unsere Pferde im Kuhstall unterbringen durften.Wir Reiter schliefen im Wohnmobil, das wir samt Pferdehänger
als Begleitfahrzeug,mit unserer Chauffeurin Claudia,den ganzen Weg
über zur Verfügung hatten.

Der dritte Tag
begann um 5 Uhr mit Pferdefüttern, um 7.30 Abritt über
Oberau zur Kundler Klamm, Natur pur, am Fluss entlang durch Steinschluchten
bis nach Kundl. Weiter über Rattenberg, Brixlegg bis nach Strass,
am Tor zum Zillertal, wo wir beim Viehhändler Wetscher nächtigen
durften.
Am 4. Tag wanderten
wir durchs Zillertal über Fügen und Zell am Ziller bis
nach Mayerhofen, am Fuße von
Finkenberg, wo jährlich die bekannten Zillertaler Schürzenjäger
ihr Open-Air veranstalten.Die
Unterbringung war im Reitstall beiHeiniWechselberger.

Der 5. Tag begann
mit Koppeln entmisten und füttern, dann ging's aber los Richtung
Pfitscherjoch, wo wir aber auf Grund einer Info von Heini, vor der
Überquerung des Passes noch eine Nachtstation einlegen sollten.
Wir gingen vorerst noch ein Stück durchs Tal, dann aber kräftig
bergauf mit einigen Tunneln und leider auch einigen Kilometern Teerstrasse,
bis wir dann auf die alte Passstrasse kamen, an schönen Bergbauernhöfen
und Gebirgsbächen vorbei, wie im Bilderbuch. Der Wirt der Breitlahner
Alm stellte uns einen begrünten Fleck
freundlicher Weise zum Übernachten zur Verfügung, wo wir
eine Koppel aufbauen durften.

Am 6. Tag wollten
wir das Pfitscher - Joch(2280m), die Grenze zwischen Österreich
und Italien,
überqueren. Wir marschierten rauf bis zum Schlegeisspeicher mit
seiner gewaltigen Staumauer und im Hintergrund der Schnee der Gletscher,sieht
einfach traumhaft aus und hat uns zu einer kleinen Rast
eingeladen. Aber wir mussten weiter, hinauf zu den vor uns herausragenden
Pfitscher - Joch, dessen nicht
ungefährlichen, steinigen und mit Felslöchern versehenen
Pfad wir jetzt gehen mussten. Am Gipfelkreuz
beim Pfitscherjoch-Haus machten wir Brotzeit und gingen talwärts
in Richtung Sterzing. Wir durften vor
der Pizzeria Hochfeiler in St. Jakob (S.Giacomo) auf einer Wiese unsere
Weiden aufbauen und dort übernachten.

Der 7. Tag war
mit einer Reitzeit von nur 3 Stunden, ein
ruhiger Tag für die Pferde, es ging weiter talwärts nach
Sterzing, mit einer Siesta bei einer bewirtschafteten Alm,
um anschließend den Nobel-Springstall bei Karl
Wechselberger aufzusuchen, der uns ein Nachtquartier
auf einer seiner Koppeln anbot.
Am 8. Tag lernten
wir beim Frühstück die Frau des Landeshauptmann,Heike
Müller,kennen, die sofort ihren Schützling und das Wanderreit-Idol
Südtirols Matt Niederwieser anrief, um uns Wegbeschreibungen
mitzugeben. Durch Wald und Wiesen ging's nun weiter nach Franzenfeste
und dann nach Brixen, wo uns Matt durch die wunderbare Altstadt
führte, nach weiteren 3 Stunden bergauf, erreichten wir Matts
Ranch
(ein Zirkuswagen, Tippi und Grillplatz mit Weide) in Obermellaunnach
Lagerfeuer und Grillen war um
2.00 Uhr Nachtruhe.

Der 9. Tag
hatte es in sich, nach einer Stunde steilst bergauf, kamen wir zu
Matts Freund Peter, der wie Matt uns auch mit dem Pferd begleitete.
Es ging in und neben Gebirgsbachläufen, bergauf und bergab, durch
Sumpfgebiete und ein Pass nach dem anderen
waren zu bewältigen. Auf der
Halslhütte(1886 m.) wurde die Mittagspause gehalten, nun ging's
übers Würzjoch (2002 m.) danach wieder runter und dann rauf zum Goma
(2111 m.), wieder nach unten nach Campill, wo wir bei einem netten
Westernstall Pause machten. Noch über den Berg Pesco (1618 m.) und
wir kamen nach Pedratsches, wo wir bei Egon, der Wirt des Badia- Pub,
mit unseren Pferden freundlicherweise Gäste waren.
Am 10. Tag
unserer Reise beschlossen wir einen Ruhetag für Mensch und Tier
einzulegen(den wir auch dringend nötig hatten).In der nähe des
Badia- Pup, an einen Fluss mit einer saftigen angrenzenden Wiese, in
traumhafter Lage durften wir mit unseren Pferden einen ganzen Tag
relaxen.
Am 11. Tag
ging's hinauf nach St. Kassian und auf Bergwegchen zum Valparola
Pass(2192 m.). Wir ließen den Passo Falzarego auf der linken Seite
liegen und marschierten strapaziös und kaum durchdringbar durch
einen Latschenwald, mit anschließenden Sumpfwiesen nach Castello,
mit seiner gut erhaltenen Burgruine, weiter die Passstrasse nach
Andraz, wo wir oberhalb des Campingplatzes, auf dem begrünten
Parkplatz eines Fußballfeldes,unser Nachtlager aufbauten.
Am 12.
Tag ging es durch das Bergdörflein Andraz, über steile Wiesenhänge
hinunter zum Ort Diagonera, wo wir eine kleine Pause machten.
Entlang einer Teerstrasse mit zwei Tunneln,erreichten wir den Ort
Saviner, nach einer Überquerung des Flusses Alleghe, der zugleich in
den nachfolgenden Stausee führt, wurde mitten im Wald ein großes
Fest gefeiert, wir wurden sofort herzlich empfangen und zu Pizza und
Wein eingeladen. Gut gestärkt ging's am Stausee Alleghe entlang bis
zum kleinen Ort Sala, wo wir uns nach einem Nachtlager umhörten.
Einer Empfehlung nach gingen wir am Fluss Cordevole entlang nach
Chencinige und wieder bergauf nach Celat zum Reitstall "Le Piane",
wo wir bei Distanzreiter Fabio und seiner Frau Anna Maria
auf der Koppel übernachten
konnten.

Der 13. Tag begann
mit dem Rückweg nach Chencinige, durch einen stillgelegten
unbeleuchteten Tunnel. Auf der linken Flussseite des Cordevole entlang,
kamen wir nach Argordin und Lisdolade, bis zur wohlhabend aussehenden
Stadt Argordo. Am Fluss weiter und stillgelegten Passstrassen entlang
gingen wir nach La Stanga wo wir eine kleine Pause machten, anschließend
kamen wir zur Rancherstation "Branckalone" und fragten
um ein Nachtquartier, da die Station auch selbst Pferde hatte, doch
wir wurden abgewiesen. Also, mussten wir weiter am Fluss Cordevole
entlang, durch den Naturpark Dolomiti-Bellunesi, und kamen zu dem
kleinen Dörfchen Cartoso Vedane, wo wir vom Messner der Kirche
um die
Kirche rum unsere Koppeln aufbauen durften.
Am 14. Tag geht
es weiter nach Ponte Mas am Fluss Cordevole entlang, der ein sehr
breites steiniges
Kiesbett hat, den wir auch durchquerten und in dessen Augebiet wir
nach Sedico ritten, um bei einen Pub die Mittagsrast abzuhalten
und die Pferde am Stadtbrunnen tränkten.Wir ritten dann auf
der Teerstrasse nach Triva, über die lange Brücke des
Flusses Piave zu der Ranch der Westernreitfreunde von Belluno, wo
wir wegen der großen Hitze eine Nachmittags-Siesta genossen.
Trotz des angenehmen Aufenthalts ging's weiter Richtung Passo San
Boldo über Pialdier zum Schloss Casteldardo nach Da Geppo(748
m.) oberhalb von Carve, wo wir eine Weide neben einer Eselherde
als Nachtquartier bekamen.

Der letzte und
15. Tag, war für die Heimreise geplant, Appalousastute "Colyscha"
mit Bidschi und Claudia,
unsere Fahrerin des Begleitfahrzeuges, fuhren mit Alex nach Deutschland
zurück, zu viert erwarteten wir ein Auto mit Pferdehänger
und Freunden aus der Heimat, sowie auf Alex der mit Wohnmobil und
Hänger postwendend wieder nach Italien kommen wollte. Zu dritt
lernten wir noch italienische Wanderreiter
kennen, die uns den Passo San Boldo genauer zeigten und uns abends
zu einem Country Fest in einen alten
Gutshof bei wunderbarer Atmosphäre einluden. Es war ein gelungenes
Abschiedsfest und wir trauern heute noch allen neu gewonnenen Freunden
der gesamten Alpenüberquerung nach und wollen uns hiermit noch
einmal für die Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit, bei
allen Helfern und Gastfamilien bedanken.So das war ein kleiner Einblick
in das Leben der Wanderreiter Bidschi mit der 20-jährigen Appalousastute
Colyscha, Tina mit der 19-jährigen Haflingerstute Piri, Rosi
mit ihrem 8-jährigen
Traberwallach Sunny, Alex mit seinem 12-jährigen Traberwallach
Pascha und
Günther mit seinem 6-jährigen Pintowallach Blue, die vom
21.07. bis 05.08.01 quer über die Alpen bis zum Passo San Boldo
ritten.
Schön war´s..............................
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